TSV Denkendorf – TSV Heiningen 27 : 27 (17:13)
Von Hansjörg Ksis
Was sich in den vergangenen zwei Wochen wie ein Damoklesschwert über der Mannschaft aufgebaut hatte, ist nun endgültig Geschichte: Mit dem 27:27 (13:17) beim TSV Denkendorf haben die Frauen des TSV Heiningen den noch fehlenden Punkt geholt und damit den direkten Klassenerhalt in der Baden-Württemberg-Oberliga perfekt gemacht.
Die Ausgangslage war klar – ein Punkt fehlte noch, um auch rechnerisch alle Zweifel zu beseitigen. Und gerade in Mannschaftssportarten sind selbst unwahrscheinliche Konstellationen nie vollständig auszuschließen. Entsprechend fokussiert und konzentriert starteten die Heiningerinnen in die Partie beim Tabellendritten.
Doch Mitte der ersten Hälfte riss der Faden. Die Gastgeberinnen fanden besser ins Spiel, während sich bei den TSV-Frauen erneut eine fast schon überwunden geglaubte Abschlussschwäche einschlich. Gleichzeitig bekam Heiningen das Tempospiel Denkendorfs nicht in den Griff. Der 17:13-Halbzeitstand spiegelte diese Phase deutlich wider und ließ aus Sicht der Gäste wenig Gutes erahnen.
Was dann folgte, war jedoch eine eindrucksvolle Reaktion. Mit viel Charakter, Willensstärke und einer mitreißenden kämpferischen Einstellung kämpfte sich Heiningen zurück in die Partie. Torhüterin Alisia Elsässer, die nach ihrem Auslandssemester ein starkes Comeback feierte, entschärfte immer wieder Würfe der Gastgeberinnen und gab ihrer Mannschaft den nötigen Rückhalt.
Auch defensiv steigerten sich die TSV-Frauen deutlich. Angeführt von Emma Derad agierte die Abwehr nun aggressiver, unterband zunehmend das schnelle Umschaltspiel Denkendorfs und zwang den Tabellendritten zu schwierigeren Abschlüssen. In der Offensive war ebenfalls ein klarer Wandel erkennbar: Mehr Zug zum Tor, konsequentere Abschlüsse und Shooterin Katharina Schloot mit der nötigen Effizienz.
So drehte Heiningen einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand in eine eigene Drei-Tore-Führung. Von einem qualitativen Unterschied zum Tabellendritten war in dieser Phase nichts mehr zu sehen – im Gegenteil: Die TSV-Frauen bestimmten das Geschehen.
Doch die Partie blieb dramatisch. In einer hektischen Schlussphase gerieten die Heiningerinnen erneut in Rückstand. Die Nerven wurden auf beiden Seiten strapaziert, jeder Angriff konnte spielentscheidend sein. Mit der letzten Aktion bewies Heiningen jedoch erneut Nervenstärke: Ein sauber ausgespielter Angriff brachte Johanna Biegert in Abschlussposition – und sie behielt die Ruhe. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene traf sie zum umjubelten 27:27-Ausgleich und krönte damit ihren starken Auftritt.
Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt – und vor allem den endgültigen Klassenerhalt bedeutet.
Nach einer über weite Strecken verkorksten Saison ist dieser Erfolg hoch einzuschätzen. Maßgeblichen Anteil daran hatten neben der mannschaftlichen Geschlossenheit auch das Trainerteam um Sven Fischer und Julia Frey, die das Team immer wieder stabilisierten und weiterentwickelten. Ebenso hervorzuheben ist die Unterstützung aus der zweiten Mannschaft: Melanie Scheel und Saskia Grau sprangen in personell schwierigen Phasen ein. Gerade Saskia Grau erwies sich in Denkendorf mit ihrer Erfahrung aus höherklassigen Ligen als wichtiger Ankerpunkt.
Mit der nun gesicherten Ligazugehörigkeit können die TSV-Frauen entspannt in das letzte Saisonspiel gehen. Am kommenden Samstag (17:45 Uhr) gastiert Heiningen bei der HSG Böblingen/Sindelfingen – dann mit dem klaren Ziel, befreit aufzuspielen und die Saison mit Freude am Spiel abzuschließen, wissend, auch in der kommenden Runde wieder in der Baden-Württemberg-Oberliga vertreten zu sein.
1.Jana Sbrzesny, Alisia Elsesser, Nele Bücker; Ksenija Lekic, Lara Kreidenweiß 2, Emma Derad 2, Cara Giunta 1, Lina Vögl, Theresa Kurz 1, Alicia Passek, Monique Hick 2, Saskia Grau 5, Katharina Schloot 8, Johanna Biegert 6.

