TSV Heiningen – HG Oftersheim/Schwetzingen 32 : 29 (14 : 15)
Von Michael Kohnle
Ein ungewohnter Termin an einem Freitagabend, dazu noch mitten in der Ferienzeit – im Vorfeld war man sich beim TSV nicht sicher, wie viele Zuschauer den Weg in die Halle finden würden. Doch die Sorgen waren unbegründet: Zur riesigen Freude der Heininger Handball-Familie war das Interesse riesen groß. Die Voralbhalle war fantastisch gefüllt, und die Fans sorgten von der ersten Minute an für eine überragende, ohrenbetäubende Stimmung, die die Mannschaft durch dieses epische Spiel tragen sollte. Was folgte, war eine Willensleistung par excellence, an deren Ende der TSV Heiningen den favorisierten Drittliga-Absteiger HG Oftersheim/Schwetzingen in einem dramatischen Kampf mit 32:29 bezwang.
Schon der Start machte den Gastgebern schwer zu schaffen. Der Drittliga-Absteiger zeigte von Beginn an seine Klasse und eiskalte Effizienz. Schnell lag der TSV mit 2:5 im Hintertreffen, und als die Anzeigetafel ein bitteres 3:8 anzeigte, drohte die Partie früh zu entgleiten. Doch Aufgeben ist in Heiningen keine Option! Angetrieben von der kochenden Kulisse kämpfte sich die Mannschaft Tor um Tor zurück. Der stark aufspielende Moritz Fink (7/2) bewies von der Siebenmeterlinie und aus dem Feld absolute Nervenstärke. Auch Tobias Bauch (2) und Joris van der Mei (2) steuerten in dieser kritischen Phase wichtige Treffer bei. Beim Stand von 9:11 sahen sich die Gäste gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um den Heininger Express zu stoppen – ohne Erfolg. Der TSV hatte nun Blut geleckt, drehte das Spiel komplett und ging mit 13:11 in Führung. Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich, bei dem Oftersheim kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal die Nase vorn hatte: Mit einem hauchdünnen 14:15-Rückstand ging es für den TSV in die Kabine.
Die zweite Halbzeit begann mit einem erneuten Dämpfer. Die Gäste erwischten den besseren Start und zogen in der 36. Minute schnell auf 15:19 davon. Wieder lief Heiningen einem Vier-Tore-Rückstand hinterher. Doch die Mannschaft bewies moralische Reife, blieb ruhig und setzte auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Im Angriff konnten Janick Höer (5) sowie das Brüder-Duo Nick und Felix Kohnle (je 4 Tore) wichtige Akzente setzten. In der 47. Minute war der TSV beim 21:23 wieder in Schlagdistanz.
Die Crunchtime entwickelte sich zu einem absoluten Nervenkrieg. In der 52. Minute bebte die Halle zum ersten Mal völlig, als der Ausgleich zum 25:25 fiel. Drei Minuten später, beim 27:27 in der 55. Minute, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Jede Parade, jeder Zweikampf wurde von den Rängen wie ein Heimsieg gefeiert. Angetrieben von dieser Energie bewies der TSV den größeren Siegeswillen. Mit einem Doppelschlag durch Janick Höer und Felix Kohnle stellte das Team in der 58. Minute auf 29:27.
Oftersheim warf noch einmal alles nach vorne, doch Heiningen blieb cool. Als der überragende Tony Abele (6) in der Schlussminute den Ball zum 32:29 im Netz versenkte, brachen alle Dämme. Die Schlusssirene ging im ohrenbetäubenden Jubel der Erleichterung unter. Mit unbändigem Kampfgeist, einer geschlossenen Mannschaftsleistung, bei der auch Finn Krempl (1) seinen Teil beitrug, und der phänomenalen Unterstützung der Fans feiert der TSV Heiningen eine epische Aufholjagd und den hochverdienten ersten Saisonsieg!
Für den TSV spielten:
Manuel Weinbuch, Tristan Venzl – Moritz Fink (7/2), Tony Abele (6), Janick Höer (5), Nick Kohnle (4), Felix Kohnle (4), Tobias Bauch (2), Joris van der Mei (2), Finn Krempl (1), Johannes Reinelt, Niklas Herberger, Felix Weißer 1, Felix Neudeck, Elias Proksch, Tassilo Neudeck.

