TSV Heiningen 1892 – VfL Waiblingen 34 : 27 (19 : 16)

Von Michael Kohnle

Was für ein Abend in der Voralbhalle! Der TSV Heiningen hat seine beeindruckende Erfolgsserie fortgesetzt und die Tigers aus Waiblingen mit 34:27 besiegt. Doch dieser Heimsieg war mehr als nur der nächste Schritt in einer bislang überragenden Saison. Es war ein Abend voller Emotionen, mannschaftlicher Geschlossenheit und eines ganz besonderen Comebacks.

Valentin Abt stand nach langer Verletzungspause erstmals wieder auf dem Spielfeld – und krönte seine Rückkehr mit drei Treffern! Ein Moment, der sinnbildlich für den Kampfgeist der Staren steht.

Die Waiblinger Tigers machten von Beginn an deutlich, dass sie dem Tabellenführer das Leben so schwer wie möglich machen wollten. Nach dem frühen 0:1 und zwischenzeitlichen Rückständen entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch. Heiningen musste sich in die Partie hineinarbeiten, fand aber zunehmend seinen Rhythmus.

Beim 4:5 lagen die Gäste noch knapp vorne. Dann drehten die Staren auf: Moritz Fink übernahm Verantwortung, Johannes Reinelt setzte wichtige Akzente und Nick Kohnle brachte zusätzliche Durchschlagskraft ins Angriffsspiel. Aus dem Rückstand wurde eine 7:5-Führung, die Heiningen in der Folge immer wieder verteidigen und ausbauen konnte.

Waiblingen ließ sich allerdings nicht abschütteln. Die Tigers kämpften sich mehrfach heran, sodass die Begegnung lange intensiv blieb. In der Schlussphase der ersten Halbzeit bewies Heiningen jedoch Nervenstärke und legte nochmals zu. Mit dem Treffer von Felix Neudeck zum 19:16 ging es schließlich mit einer Drei-Tore-Führung in die Kabinen.

Nach der Pause: Die Staren zeigen ihre Klasse

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Waiblingen zunächst hartnäckig. Doch Heiningen fand immer wieder die richtigen Antworten. Janick Höer eröffnete die zweite Hälfte mit dem Treffer zum 20:16, Felix Weißer erhöhte wenig später auf 21:16.

Zwar verkürzten die Gäste zwischenzeitlich, doch die Staren ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Nick Kohnle entwickelte sich immer mehr zum entscheidenden Faktor. Mit seinen Treffern sorgte er dafür, dass Heiningen den Vorsprung Schritt für Schritt ausbaute. Auch Yanik Braun trug mit seinen wichtigen und überragenden Paraden dazu bei, dass die Staren auf die Siegerstraße einbogen.

In der 43. Minute war es dann so weit: Valentin Abt traf zum 25:20. Ein Tor, das für ihn persönlich weit mehr bedeutete als einen weiteren Eintrag in der Torschützenliste. Es war ein emotionales Zeichen nach einer langen Zeit des Wartens und Kämpfens.

Die Tigers versuchten weiterhin, den Anschluss zu halten, doch Heiningen hatte die Partie nun zunehmend im Griff. Tony Abele, Nick Kohnle und Janick Höer sorgten mit wichtigen Treffern dafür, dass der Vorsprung bestehen blieb. Spätestens in der Schlussphase war klar, dass die Punkte in der Voralbhalle bleiben würden.

Als Valentin Abt in der 59. Minute zum 34:26 traf, setzte er seinem Comeback-Abend einen weiteren Höhepunkt. Am Ende stand ein verdienter 34:27-Heimsieg auf der Anzeigetafel.

Valentin Abt: Drei Tore als Lohn für einen langen Kampf

Manchmal erzählt ein Spielstand nur einen kleinen Teil der Geschichte. Bei Valentin Abt war es an diesem Abend so. Nach einer langen Verletzungspause stand er endlich wieder im Aufgebot der Staren und konnte sich direkt mit drei Treffern zurückmelden. Sein erstes Tor zum 25:20 war ein besonderer Moment. Später legte er zum 33:24 nach und setzte kurz vor Schluss mit dem 34:26 einen weiteren Höhepunkt. Drei Tore bei seinem Comeback – das ist ein Ergebnis, über das man sich freuen darf.

Doch vor allem zählt, dass Valentin wieder dabei ist. Sein Weg zurück zeigt, wie viel Geduld und Willenskraft der Handball verlangt. Jetzt gilt es, behutsam weiterzuarbeiten, Spielpraxis zu sammeln und Schritt für Schritt wieder den eigenen Rhythmus zu finden. Die Mannschaft dürfte ihm dabei den nötigen Rückhalt geben.

Auch der Blick auf die Torschützen unterstreicht die große Breite des Heininger Kaders. Insgesamt zehn verschiedene Spieler trugen sich gegen Waiblingen in die Torschützenliste ein.

Diese Verteilung ist ein starkes Zeichen: Heiningen verfügt über mehrere Spieler, die ein Spiel prägen können. Nick Kohnle war mit sechs Treffern besonders erfolgreich, doch auch die weiteren Torschützen leisteten ihren Beitrag. Bemerkenswert ist das angesichts der Ausfälle von Tassilo Neudeck und Joris van der Mei. Gerade über eine lange Saison ist diese Breite ein entscheidender Vorteil. Gegner können sich nicht auf einen einzelnen Spieler konzentrieren, ohne an anderer Stelle Räume zu öffnen. Die Staren bleiben dadurch variabel, gefährlich und schwer auszurechnen.

Stimmen zum Spiel:

„Wir haben etwas gebraucht um über unsere Abwehr Zugriff zum Spiel zu bekommen. Erst ab etwa der 40. Spielminute ist diese so gestanden, wie wir uns das vorgenommen haben. Dann ergaben sich die Umschaltsituationen, wie wir sie mögen, was sich dann auch am Spielstand widergespiegelt hat. Insgesamt eine disziplinierte und konzentrierte Leistung mit einem verdienten Heimsieg (Hagen Gunzenhauser).“

„Wir haben uns alle gefreut  Valentin Abt seine ersten Spielminuten nach längerer Verletzung zu sehen (Mike Wolz).“

„Das war, wie erwartet, ein hartes Stück Arbeit und zeigt einmal mehr, dass man keinen Gegner in dieser ausgeglichenen Liga unterschätzen darf. Ich bin stolz auf die Jungs und freue mich insbesondere für Vale, dass er sich nach langer Verletzungspause so beeindruckend zurückmelden konnte (Felix Kohnle).“

Die Staren stehen bei 16:0 Punkten, der Kader zeigt seine ganze Breite, und die Mannschaft wächst weiter zusammen. Wenn es gelingt, diesen Weg konsequent fortzusetzen, darf man in Heiningen voller Zuversicht auf die kommenden Wochen blicken.

Es spielten für den TSV Heiningen:

Yanik Braun, Tristan Venzl, Moritz Fink (5/4), Johannes Reinelt (2), Niklas Herberger, Felix Weißer (3), Felix Neudeck (1), Elias Proksch, Valentin Abt (3), Samuel Latka, Tony Abele (3), Finn Krempl (2), Nick Kohnle (6), Felix Kohnle (4), Janick Höer (4), Tobias Bauch (1)