TSV Heiningen – HSG Bargau/Bettringen, Samstag 17:45 Uhr
Von Hansjörg Ksis
Wenn am kommenden Spieltag der TSV Heiningen die HSG Bargau/Bettringen empfängt, wartet auf die Gastgeberinnen eine echte Standortbestimmung. Die Gäste reisen als aktueller Tabellenvierter an – als etablierte Spitzenmannschaft der Oberliga mit klarer Ambition und hoher spielerischer Qualität.
Trotz des wichtigen und hart erarbeiteten Auswärtssiegs in Waiblingen steckt der TSV weiterhin mitten im Abstiegskampf. Der Erfolg bei der Zweitliga-Reserve des VfL hat jedoch eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Über 60 Minuten agierten die Heiningerinnen konzentriert, diszipliniert und mannschaftlich geschlossen – Qualitäten, die im bisherigen Saisonverlauf zu selten konstant auf die Platte gebracht wurden. Genau diese fehlende Konstanz ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich das Team weiterhin im Tabellenkeller wiederfindet.
Die Ausgangslage ist klar: Der Kampf um den Klassenerhalt duldet keine Nachlässigkeiten mehr. Jeder Punkt zählt, jede Unkonzentriertheit kann entscheidend sein. Ohne kompromisslosen Einsatz, mannschaftliche Geschlossenheit und maximale Intensität droht das schleichende Abrutschen in die sportliche Bedeutungslosigkeit des Frauenhandballs auf Verbandsebene – ein Szenario, das im Umfeld des TSV niemand akzeptieren will.
Mit der HSG Bargau/Bettringen wartet allerdings eine der spielstärksten Mannschaften der Liga. Die Gäste überzeugen durch ein sehr hohes Spieltempo, konsequentes Umschaltspiel und eine stabile Defensive. Hinzu kommt ein starkes Torhüterduo, das Spiele entscheiden kann und gegnerische Offensivreihen regelmäßig vor große Aufgaben stellt. Das Hinspiel in Bargau/Bettringen ging aus Heininger Sicht deutlich verloren – ein Ergebnis, das die Rollenverteilung unterstreicht. Soll diesmal Zählbares in der Voralbhalle bleiben, muss der TSV über die gesamte Spielzeit hinweg an die eigene Leistungsgrenze gehen. Gefordert ist nicht nur individuelles Können, sondern vor allem kollektive Entschlossenheit: konsequentes Rückzugsverhalten, klare Abschlüsse, minimale Fehlerquote und gegenseitige Unterstützung in jeder Phase des Spiels. Mehr als 100 Prozent Einsatzbereitschaft werden nötig sein – nicht nur in dieser Partie, sondern in sämtlichen verbleibenden Begegnungen der Saison. Der Abstiegskampf ist längst Realität in Heiningen. Jetzt geht es darum, ihn mit Mut, Mentalität und mannschaftlicher Geschlossenheit anzunehmen.

