TSV Heiningen – SG Herbrechtingen/Bolheim 26 : 30 (14 : 17)
Von Hansjörg Ksis
Die Handballfrauen des TSV Heiningen sind mit einer 26:30-Niederlage gegen die SG Herbrechtingen/Bolheim in die neue Oberliga-Saison gestartet. Der Ausgang war für die Gastgeberinnen durchaus unglücklich, denn über weite Strecken begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Am Ende gaben vor allem die größere Abgeklärtheit der Gäste und eine zu hohe Fehlerquote auf Heininger Seite den Ausschlag.
Der TSV geht mit einer der jüngsten Mannschaften der Liga in die neue Runde. Entsprechend stand beim Saisonauftakt nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie schnell sich das neu formierte Team unter Trainer Rafael Lier bereits auf Oberliga-Niveau präsentieren kann. Die erste Antwort fiel trotz der Niederlage durchaus positiv aus. Heiningen zeigte sich engagiert, laufstark und körperlich in einer guten Verfassung.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Das Spiel war intensiv und in vielen Situationen stark vom körperlichen Einsatz geprägt. Die Heiningerinnen nahmen die Zweikämpfe an und hielten gegen die deutlich eingespielteren Gäste konsequent dagegen. Dabei gelang es dem TSV immer wieder, die Partie offen zu halten und sich auch nach schwächeren Phasen wieder heranzukämpfen.
Dass es am Ende dennoch nicht zu den ersten Punkten der Saison reichte, hatte mehrere Gründe. In den entscheidenden Phasen leisteten sich die Gastgeberinnen zu viele technische Fehler und unnötige Ballverluste. Auch im Abschluss fehlte mehrfach die letzte Konsequenz. Gute Möglichkeiten blieben ungenutzt, während Herbrechtingen/Bolheim seine Chancen insgesamt effektiver verwertete. Gerade in engen Spielen sind es häufig wenige Situationen, die am Ende den Unterschied ausmachen. Hier zeigten sich die Gäste etwas abgeklärter und profitierten zudem von ihrer größeren Eingespieltheit. Heiningen dagegen musste erkennen, dass Fehler auf diesem Niveau schnell bestraft werden. Gleichzeitig waren viele dieser Unzulänglichkeiten typische Begleiterscheinungen einer neu zusammengestellten Mannschaft, bei der Abläufe und Abstimmung noch nicht in jeder Phase funktionieren können.
Für Trainer Rafael Lier und sein Team dürfte deshalb weniger die Niederlage selbst als vielmehr die Art und Weise des Auftritts im Mittelpunkt der Analyse stehen. Die Mannschaft zeigte, dass sie in der Oberliga mithalten kann. Gleichzeitig wurde deutlich, an welchen Punkten in den kommenden Wochen gearbeitet werden muss. Vor allem die Fehlerquote und die Chancenverwertung bieten noch erhebliches Verbesserungspotenzial.
Der Saisonauftakt lieferte damit trotz des 26:30 wichtige Erkenntnisse. Heiningen verfügt über eine junge Mannschaft mit Entwicklungsmöglichkeiten und zeigte bereits in der ersten Partie, dass Einsatzbereitschaft, Athletik und Kampfgeist vorhanden sind. Gelingt es, die Zahl der einfachen Fehler zu reduzieren und im Abschluss konsequenter zu werden, dürfte das Team im weiteren Saisonverlauf noch deutlich zulegen.

