Mit einer echten sportlichen Sensation hat sich die männliche A‑Jugend des TSV Heiningen für die Regionalliga‑Saison 2026/2027 qualifiziert. Was diese Leistung so besonders macht: Die Voraussetzungen vor dem Qualifikationsturnier hätten schwieriger kaum sein können.

Die vergangene Saison endete für den TSV Heiningen erst am 15. März 2025. Durch den unmittelbar anschließenden Jahrgangswechsel rückten die 2009 geborenen Spieler in die A‑Jugend auf. Für die Vorbereitung auf die Regionalliga‑Qualifikation blieben somit lediglich fünf Wochen, davon noch zwei Wochen in den Osterferien. Zusätzlich war ein Großteil der Mannschaft parallel stark durch die anstehenden Abiturprüfungen gefordert – eine strukturierte und intensive Vorbereitung war kaum möglich.

Als dann die Gruppeneinteilung veröffentlicht wurde, wuchs der Respekt vor der Aufgabe weiter. Mit dem SV Kornwestheim, Saase S3L Leutershausen, dem TVB Stuttgart, der JHA Baden sowie der SG Kappelwindeck/Steinbach wartete ein hochkarätig besetztes Teilnehmerfeld. Von sechs Mannschaften qualifizierte sich nur der Erstplatzierte direkt für die Regionalliga, die Plätze zwei und drei erreichten eine zweite Qualifikationsrunde, die Ränge vier bis sechs schieden aus. Entsprechend gedämpft war die Ausgangserwartung bei den Heininger Youngstars.

Doch von Beginn an belehrte das Team Kritiker und Beobachter eines Besseren. Mit konsequentem Tempohandball fegte der TSV Heiningen die SG Kappelwindeck/Steinbach zum Turnierauftakt mit 21:15 aus der Halle und setzte ein erstes Ausrufezeichen.

Das zweite Spiel gegen den ambitionierten Bundesligaanwärter SV Kornwestheim entwickelte sich zu einem echten Kraftakt. In einer intensiven, von harter Abwehrarbeit geprägten Partie wuchs Torhüter Jannick Müller‑Gaebele einmal mehr über sich hinaus und vernagelte das Tor der „Staren“. Gleichzeitig funktionierte die Tempoachse Alexis Rapp – Janne Braun erneut hervorragend. Am Ende stand ein verdienter 17:14‑Erfolg, der den Einzug in die Hauptrunde bedeutete.

Dort warteten mit der JHA Baden und Saase S3L Leutershausen zwei weitere Topteams aus Baden. Das erste Hauptrundenspiel gegen Baden hatte eigentlich keinen Verlierer verdient. Bis zur letzten Minute war es ein Spiel auf Augenhöhe, drei Minuten vor Schluss stand es 15:15. Doch erneut zeigte sich die mentale Stärke der Heininger: Eine kompakte Defensive, unterstützt von einem überragenden Müller‑Gaebele im Tor, ließ keinen Gegentreffer mehr zu. Lorenz Stadelmaier und Alexis Rapp sorgten mit ihren Treffern für den umjubelten 17:15‑Endstand.

Damit war klar: Im letzten Spiel gegen Saase S3L Leutershausen fehlte den Youngstars nur noch ein Punkt, um sich den sicheren Regionalliga‑Platz zu sichern. Heiningen startete furios und setzte sich schnell mit 5:0 ab. Doch der hohe Belastungsgrad – es war bereits das vierte Spiel an diesem Tag – machte sich zunehmend bemerkbar. Leutershausen kämpfte sich zurück, glich beim 8:8 erstmals aus und ging in der 26. Minute sogar mit 15:12 in Führung. Die Dramatik in der Sporthalle Ottersweier war kaum zu überbieten.

Aufgeben kam für die Heininger jedoch nicht in Frage. Trotz leerer Akkus mobilisierte das Team die letzten Kräfte. Gegen die taktische Umstellung der Staren auf das 7:6‑Spiel fand Leutershausen keine Antwort mehr. Im Tor avancierte nun Daniel Hundsdörfer zum Matchwinner, als er zu diesem wichtigen Zeitpunkt zwei hundertprozentige Torchancen entschärfte. Mit drei Treffern in Folge kämpfte sich Heiningen zurück und sicherte sich in einer hitzigen Schlussphase den entscheidenden Punkt (15:15 Endstand).

Als der Schlusspfiff ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Die männliche A‑Jugend des TSV Heiningen spielt in der kommenden Saison 2026/2027 in der Regionalliga. Angesichts der kurzen und schwierigen Vorbereitung sowie der starken Gruppengegner ist diese Qualifikation ein außergewöhnlicher Erfolg und ein starkes Ausrufezeichen für die hervorragende Nachwuchsarbeit in Heiningen.

 

Es kämpften für den TSV: Jannick Müller-Gaebele (Tor), Felix Weißenborn (Tor), Daniel Hundsdörfer (Tor), Noah Bachmaier, Thorin Nägele, Jannis Tremml, Alexis Rapp, Maximilian Rieger, Janne Matteo Braun, Jonas Eitle, Leon Kopp, Lio Binder, Liam Bencak, Moritz Wagner, Lorenz Stadelmaier

Offizielle: Nadine Kingeter, Joachim Maurer, Timo Rapp, Heiko Binder