TSV Heiningen – SG Dornstetten 22 : 24 (13 : 7)
von Hansjörg Ksis
Nach der Schlusssirene herrschte Sprachlosigkeit in der Heininger Halle. Die Handballfrauen des TSV Heiningen mussten nach einer über weite Strecken dominanten ersten Halbzeit erneut eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Beim 22:24 gegen die SG Dornstetten blieb trotz der vermutlich besten ersten Spielhälfte der laufenden Runde einmal mehr der verdiente Ertrag aus.
Was die Gastgeberinnen in den ersten 30 Minuten zeigten, war nahezu makellos. Gestützt auf eine äußerst kompakte und aggressive Defensive sowie eine konsequente Chancenverwertung erspielte sich der TSV eine verdiente 13:7-Pausenführung. Dornstetten wirkte in dieser Phase in allen Belangen unterlegen und ging sichtbar ratlos in die Kabine – auch die zahlreich erschienenen Zuschauer rieben sich angesichts der Heininger Überlegenheit verwundert die Augen.
Nach dem Seitenwechsel jedoch kippte die Partie völlig. Ohne dass die Gäste ihr Spiel grundlegend veränderten, verlor Heiningen zunehmend die Ordnung. Die zuvor so klare Linie wich Unsicherheit, die Griffigkeit in Abwehr und Angriff ging verloren. Statt am Matchplan festzuhalten, versuchten die TSV-Frauen nun vermehrt mit Einzelaktionen das Spiel zu kontrollieren – meist ohne Erfolg.
Dass die Begegnung bis in die Schlussphase offen blieb, lag weniger an einer Leistungssteigerung der SG Dornstetten als an deren weiterhin überschaubarem Niveau. Umso bitterer ist aus Heininger Sicht, dass gerade ein Gegner dieser Kategorie in der aktuellen Tabellensituation nicht bezwungen werden konnte. Das 9:17 in der zweiten Halbzeit besiegelte letztlich eine Niederlage, die kaum erklärbar erscheint.
Mit der vierten Niederlage in Folge verbleibt der TSV Heiningen tief im Abstiegskampf. Zwar hielten sich die direkten Konkurrenten ebenfalls schadlos, ein dringend benötigter Befreiungsschlag wurde jedoch leichtfertig verspielt. Am grundsätzlichen handballerischen Vermögen mangelt es dem Team nicht – die erste Halbzeit lieferte dafür den eindeutigen Beweis. Vielmehr fehlt es derzeit an der notwendigen Stabilität und Widerstandskraft, um Rückschläge innerhalb eines Spiels zu verarbeiten. Wiederholt verfällt die Mannschaft in Hektik und verliert ihre Struktur. Trotzdem richtet sich der Blick nach vorne. Die Analyse des Geschehenen und der Fokus auf die kommenden Aufgaben bleiben entscheidend.
Am nächsten Samstag gastieren die TSV-Frauen bei der Zweitliga-Reserve des VfL Waiblingen – eine weitere richtungsweisende Partie im Kampf um den Klassenerhalt.
Es spielten: Jana Sbrzesny, Nele Bücker, Alisia Elsesser; Anna-Laura Kohnle 1, Ksenija Lekic, Maja Seeger 3, Lara Kreidenweiß, Emma Derad 2, Cara Giunta 3, Lina Vögl, Theresa Kurz 4, Monique Hick, Saskia Grau, Marcia Seldaczek, Johanna Biegert 2, Katharina Schloot.

